Erschienen am 14.02.2012 in DER SPIEGEL
|
Themen: EZB, Finanzkrise, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Rating-Agenturen, Ratingagentur, Schuldenkrise, Standard & Poor's (S&P), USA
Standard & Poor’s legte vor, Moody’s zieht jetzt nach: Die Ratingagentur hat Italien um eine Note herabgestuft. Auch der Ausblick für Frankreich, Großbritannien und Österreich sei negativ.
Schuldenweltmeister USA? Von wegen! Im Vergleich der beiden großen westlichen Wirtschaftsräume verbessert sich Amerikas Position allmählich. In der Euro-Zone sieht es dagegen immer düsterer aus.
Die USA haben die 15-Billionen-Dollar-Marke übersprungen – bei den Schulden. Die Lage ist vergleichbar mit Italien, nur der Zinssatz bleibt niedrig.
Der nahende Rückzug des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi sorgt für gute Laune bei den Anlegern. Der Dax lag zum Handelschluss mit drei Prozent im Plus. Auch der US-Leitindex Dow Jones legte zu. Konjunkturdaten aus den USA machen Hoffnung.
Die Schuldenkrise in der EU macht Washington nervös: Das Land fordert eine schnelle Lösung des Problems – US-Präsident Obama telefonierte jetzt mit Kanzlerin Merkel und den Präsidenten von Frankreich und Italien.
Die Freude über Silvio Berlusconis Rücktrittsankündigung währte nur kurz: In Europa und den USA sind die Börsenkurse nach einem kurzen Hoch wieder auf Talfahrt. Investoren fürchten, dass auch die nächste italienische Regierung die Probleme nicht lösen kann – oder Berlusconis Rückzug gar eine Finte ist.
Italien könnte das zweite Griechenland werden – nur viel schlimmer, denn die Staatsschuld ist gigantisch. Die EU-Partner drängen Silvio Berlusconi nun zum radikalen Sparen, schon am Mittwoch soll er Vorschläge machen. Der Premier verspricht zu liefern, doch solche Zusagen hat er schon oft gebrochen.
Italien rückt in den Fokus der Euro-Retter: Experten prüfen, mit Mitteln des Rettungsfonds EFSF Staatsanleihen des Berlusconi-Landes zu kaufen. Das zeigt, wie ernst die Lage in der drittgrößten Volkswirtschaft der Währungsunion ist.
Ratingagenturen stufen Institute in den USA und in Italien zurück. Aufseher warnen vor steigenden Systemrisiken.
Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat sieben italienischen Banken verminderte Bonität bescheinigt. Auch in den USA wurden Banken herabgestuft.
In den USA steigt das Risiko einer Rezession, Italien gerät ins Visier der Märkte: Trübe Aussichten lassen den Leitindex Dax ins Minus rutschen.
Das nächste Tabu ist gebrochen. Die Europäische Zentralbank will jetzt auch italienische Staatsanleihen aufkaufen. Mit dieser Politik nähert sie sich immer weiter ihrem amerikanischen Pendant, der Fed, an. Die Gefahr dabei: Die Inflation könnte steigen.
Erst kündigte die EZB Schritte zur Beruhigung der Finanzmärkte an, jetzt haben sich auch die sieben führenden Industriestaaten eingeschaltet: Sie einigten sich auf ein gemeinsames Programm gegen extreme Kursschwankungen – doch die Börsen starten erneut mit Verlusten.
Angst vor dem Absturz: Zum Start der neuen Börsenwoche senden die Europäische Zentralbank und die Politik hektisch Beruhigungsignale an die Finanzmärkte – die EZB plant offenbar den Kauf von italienischen und spanischen Anleihen. Reicht das?
Die Welt im Zeichen der Schuldenkrise: US-Präsident Obama appelliert zu mehr Einigkeit, Politiker und Notenbanker telefonieren, und Deutschland prüft die Italien-Optionen.
Erschienen am 03.08.2011 in DER SPIEGEL
|
Themen: Euro, EZB, Finanzkrise, Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Schuldenkrise, Spanien, Sparpaket, USA
Es ist ein Teufelskreis: Fast überall in der Welt steigen die Schulden, und nun machen Sparpakete auch noch das letzte bisschen Wachstum zunichte. Die Krise droht zum unlösbaren Problem zu werden – vor allem für die Staaten in Südeuropa.
Die Angst der Bürger vor steigenden Staatsschulden ist laut Umfrage stark gestiegen. Doch Bundeswirtschaftsminister Rösler beschwichtigt.
Schwache US-Daten machen Anleger nervös. Der italienische Aktienmarkt stürzt auf 27-Monats-Tief. Schweizer Franken klettert zum Euro auf Rekordhoch.
Nun ist es so weit: Fiat gehören mehr als die Hälfte der Chrysler-Aktien. Der italienische Autokonzern hat den Regierungen der USA und Kanadas ihre letzten Anteile abgekauft – und ist nun endgültig auf dem Weg zum Weltkonzern.
Nach wie vor halten sich Anleger zurück. Der Grund: Der Warnschuss der Rating-Agentur Moody’s die US-Bonität abzustufen und die Euro-Krise.