Die Geldflut der Europäischen Zentralbank birgt erhebliche Gefahren. Im Norden des Kontinents drohen Spekulationsblasen auf Immobilien- oder Aktienmärkten. Ignoriert EZB-Chef Draghi die Lehren aus der Finanzkrise in den USA?
Erschienen am 14.02.2012 in DER SPIEGEL
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Themen: EZB, Finanzkrise, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Rating-Agenturen, Ratingagentur, Schuldenkrise, Standard & Poor's (S&P), USA
Standard & Poor’s legte vor, Moody’s zieht jetzt nach: Die Ratingagentur hat Italien um eine Note herabgestuft. Auch der Ausblick für Frankreich, Großbritannien und Österreich sei negativ.
Wer zu sehr spart, würgt das Wachstum ab: Die weltweit größten Wirtschaftsorganisationen warnen die Staaten vor den Folgen ihrer Politik. Die Unterzeichner der Erklärung fordern mehr Geld für den Aufbau von Jobs – und rufen dazu auf, enger mit den aufstrebenden Schwellenländern zu kooperieren.
Agenturen und Investoren aus den USA wollen die Euro-Zone zerschießen, sagt Elmar Brok. Der CDU-Europa-Parlamentarier gilt als exzellenter Kenner der USA.
Ganz Europa bangt um den Euro. Ganz Europa? Nein, ein Mann hat immenses Vertrauen in die Gemeinschaftswährung: Ex-Finanzminister Waigel glaubt, dass der Euro 400 Jahre alt wird – und beruft sich auf einen historischen Vorläufer.
Kurz vor Weihnachten schöpfen die Anleger wieder Hoffnung. Der Grund: Gute Konjunktursignale aus den USA und weitere Hilfen der EZB.
Während Russland die Euro-Zone unterstützen will, sind die USA skeptisch. Von einer Beteiligung der Nicht-Euro-Länder macht die Bundesbank ihre Überweisung abhängig.
Die Zahlen zeigen, wie gefährlich die Schuldenkrise für Deutschland ist: Laut einer Studie sind drei Millionen Arbeitsplätze in Deutschland von Exporten in die Euro-Zone abhängig. Gleich sechs der zehn wichtigsten Handelspartner sind demnach Staaten der Währungsgemeinschaft.
Wenn die Banken mit Krediten knausern habe das in Europa schlimmere Folgen als in den USA, befürchtet der EZB-Chef.
Europäische Geldhäuser haben in den USA einen immer schwereren Stand: Laut “Financial Times” sind die Einlagen bei ausländischen Banken in Amerika im vergangenen halben Jahr so stark gesunken wie noch nie. Ein Grund ist die Euro-Krise.
Wohl noch nie beobachteten die USA einen deutschen Regierungschef so aufmerksam wie jetzt Angela Merkel in der Euro-Krise. Doch die europäische Dominanz der Kanzlerin sorgt auch für Frust in Washington, denn ein Dialog Berlins mit den Amerikanern findet nicht statt – eine verpasste Chance.
Die Schuldenkrise in Europa und den USA droht die gesamte Welt in eine Rezession zu stürzen – das berichtet die OECD in ihrem neuen Wirtschaftsausblick. Laut den Experten sind die Risiken enorm, unverblümt schreiben sie von einer möglichen “Katastrophe”.
Der Aktienkurs der Commerzbank ist auf ein Rekordtief abgerutscht. Grund ist ein Bericht über massiven Kapitalbedarf: Laut Nachrichtenagentur Reuters benötigt das Geldhaus fünf Milliarden Euro. Das Institut selbst schweigt.
Die Probleme in der Euro-Zone sorgen für Verluste an den europäischen Börsen. Der Dax rutschte zeitweise mehr als drei Prozent ab und notierte so niedrig wie zuletzt vor mehr als einem Monat. Besonders Bankaktien verbilligten sich deutlich.
Die Schuldenkrise macht den deutschen Geldhäusern mehr zu schaffen als bislang gedacht. Offenbar müssen die Institute sich deutlich mehr Geld besorgen, um das gesetzlich geforderte Kapitalpolster zu erreichen. Die Rede ist von zehn Milliarden Euro, bislang sollte es nur die Hälfte sein.
Es ist ein neues Warnsignal der Anleger an die Euro-Zone: Spanien muss Investoren knapp sieben Prozent Zinsen für frische Kredite bieten. So viel verlangten die Anleger zuletzt vor 14 Jahren. Auch Frankreich spürt das Misstrauen der Kreditgeber.
Eine neue Erfahrung steht dem US-Präsidenten in Cannes bevor. Beim G-20-Treffen wird er eine Randfigur bleiben, die Euro-Krise überlagert alles. Ein paar schlaue Ratschläge wird sich Barack Obama trotzdem nicht verkneifen können – in den USA herrscht schließlich Wahlkampf.
Italien könnte das zweite Griechenland werden – nur viel schlimmer, denn die Staatsschuld ist gigantisch. Die EU-Partner drängen Silvio Berlusconi nun zum radikalen Sparen, schon am Mittwoch soll er Vorschläge machen. Der Premier verspricht zu liefern, doch solche Zusagen hat er schon oft gebrochen.
Italien rückt in den Fokus der Euro-Retter: Experten prüfen, mit Mitteln des Rettungsfonds EFSF Staatsanleihen des Berlusconi-Landes zu kaufen. Das zeigt, wie ernst die Lage in der drittgrößten Volkswirtschaft der Währungsunion ist.
Nach dem Nobelpreis ist es der höchstdotierte Wirtschaftspreis: 250.000 Pfund erhält der Gewinner des neuen Wolfson Economics Prize, wenn er einen plausiblen Masterplan für den Austritt eines Landes aus der Euro-Zone vorlegt. Ökonomen sind skeptisch, die Motive des Stifters zu durchsichtig.