Gazprom-Vize Alexander Medwedew kontrolliert einen großen Teil des Gasgeschäfts mit den Europäern – und kritisiert die politische Show in einigen EU-Ländern.
Russlands Präsident Dmitri Medwedew beendet die Eiszeit mit der Nato, sein Premier Wladimir Putin will Wandel durch Handel mit der EU: Er strebt eine Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok an.
Edle Speisen, Ehrenformation, Claqueure: Mit großem Pomp inszeniert Nicolas Sarkozy den französisch-deutsch-russischen Gipfel. Das Treffen soll Moskau näher an die EU heranführen – der Präsident nutzt es aber auch, um den Massenprotesten gegen die Rentenreform zu entfliehen.
Viel Rhetorik, wenig Substanz: Moskau drängt auf ein Reiseabkommen mit der Europäischen Union, Brüssel aber mauert – und der neue EU-Chef Herman Van Rompuy speist die Russen mit vom Blatt gelesenen Floskeln ab.
Mit diesem Mammutprojekt soll die EU langfristig mit russischem Erdgas versorgt werden: Der Bau der Gaspipeline Nord Stream durch die Ostsee hat offiziell begonnen. Bis zu 26 Millionen Haushalte könnten in Zukunft versorgt werden – doch Umweltschützer haben bereits Klage eingereicht.
Präsident Medwedew geht mit den Zuständen in Russland hart ins Gericht – und verlangt von Europa mehr Anerkennung: Sein Land müsse als gleichberechtigter Partner ernst genommen werden, sagte er dem SPIEGEL. Den Westen warnt Medwedew vor einem Afghanistan-Desaster, wie es die Sowjets erlebt haben.
Ein Krisentreffen von ranghohen Vertretern Russlands, der Ukraine und der EU zum Gasstreit ist am Samstag in Moskau ohne den ersehnten Durchbruch zu Ende gegangen.
Erstmals war Wladimir Putin in seiner neuen Rolle als russischer Ministerpräsident in Berlin. Beim Treffen mit Angela Merkel im Kanzleramt ging es fast nur um ein Thema: den Gas-Lieferungsstopp durch die Ukraine wieder aufzuheben – doch eine Lösung fand man nicht.
Durch den russisch-ukrainischen Energie-Streit leeren sich zusehends auch die deutschen Gasspeicher. Laut einem Zeitungsbericht könnten sie schon am kommenden Montag halb leer sein. Die Energiekonzerne E.on und RWE betonen, dass die Versorgung gesichert ist.
Die neuerliche Blockade der Gaslieferungen nach Europa nennt der EU-Kommissionschef “unglaublich”, die Verlässlichkeit von Russland und der Ukraine als EU-Partner “fragwürdig”. Jetzt droht José Manuel Barroso beiden Staaten mit Klagen, falls die Versorgung nicht sofort wieder anläuft.
Auch der zweite Vertrag war offensichtlich das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben war: Am Dienstag blieben die Gaslieferungen aus Russland weiterhin aus. Moskau und Kiew wiesen sich gegenseitig die Schuld zu.
In Europa kommt noch immer kaum russisches Gas an – weil die Ukraine die Lieferungen blockiert. Jetzt macht Moskau die USA mitverantwortlich: Washington habe Kiew zum Gasdiebstahl angestachelt.
Das Hickhack hat doch kein Ende: Die Ukraine hat zugegeben, die seit wenigen Stunden wieder aufgenommen russischen Gaslieferungen nach Europa zu blockieren. Gazprom behauptet, die Ukraine würde Energie für eigene Zwecke abzuzweigen. Brüssel beklagt mangelnden Gasfluss aus Russland.
Durchbruch im Gasstreit mit der Ukraine: Nach wochenlangem Hin und Her strömt wieder russisches Gas durch die Ukraine in die Europäische Union. Der Konflikt zwischen Moskau und Kiew ist allerdings noch immer nicht gelöst – und neuer Streit kündigt sich schon jetzt über die Dauer des EU-Einsatzes an.
Im Gasstreit scheint der Durchbruch nah zu sein: Nach tagelangem Hin und Her soll ab 8 Uhr wieder russisches Gas durch die Ukraine in die Europäische Union strömen. Doch noch sind führende europäische Politiker skeptisch, dass Russland sein Versprechen diesmal tatsächlich einhält.
Im Energiestreit zeichnet sich eine Lösung ab: Nach EU-Angaben will Russland ab Dienstagmorgen wieder Gas nach Europa liefern. Zuvor hatte die Ukraine das Abkommen über eine EU-Beobachtermission nach einem bizarren Streit unterzeichnet.
Bizarrer Vorwurf im Gasstreit: Die Ukraine wirft Moskau vor, Gazprom verzögere die Lieferungen nach Westen nur, weil Russland in Wahrheit nicht über genügend Reserven verfüge. Wann der Stopp aufgehoben wird, ist offen – die Konzernschefs verhandeln in Brüssel.
Eiliges Einknicken im Energiestreit: Die Ukraine hat den Vertrag über den Gas-Transit nach Europa nun ohne umstrittene Zusätze unterzeichnet. Die EU sieht jetzt alle Bedingungen erfüllt – und macht Druck: Russland soll die Lieferungen sofort wieder aufnehmen.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat das Abkommen zur Wiederaufnahme der Gaslieferungen nach Westeuropa wegen Änderungen von ukrainischer Seite für “null und nichtig” erklärt.
Neue Hoffnung im Gasstreit: Die Ukraine verzichtet auf einen umstrittenen Zusatz im Abkommen mit Russland. Präsident Medwedew hatte in den Anmerkungen einen Vertragsburch gesehen und die Verhandlungen eingefroren.