Deutschland, Holocaust
Piraten-Debatte: Eindeutig gegen Rechts
Monatelang quälten sich die Piraten mit Problemmitgliedern und rechtsextremen Äußerungen. Auf dem Parteitag positionieren sie sich so deutlich wie nie: Ein Holocaust-Relativierer wird niedergepfiffen, eine Resolution fast einstimmig verabschiedet – Meinungsfreiheit gilt nicht mehr für alles.
Holocaust-Äußerungen: Umstrittener Pirat darf in Partei bleiben
Wegen eines Formfehlers scheiterte der Parteiausschluss: Der wegen Äußerungen zum Holocaust umstrittene Bodo Thiesen bleibt Mitglied der Piraten. Auf einer Mailingliste hatte er Verständnis für Auschwitz-Leugner geäußert, drei Jahre lang bemühte sich der Vorstand um seinen Rauswurf.
US-Auszeichnung für deutschen Einwanderer: Wie Arno Heller gegen Hitler kämpfte
1939 rettete sich der Jude Arno Heller vor dem Hitler-Regime in die USA. Nach wenigen Jahren war der deutsche Immigrant zurück in Europa – und kämpfte in US-Uniform gegen die Nazis. Nun bekommt er eine wichtige Auszeichnungen des Landes. Mit 70 Jahren Verspätung.
Reich-Ranicki im Bundestag: Bericht aus der Hölle
Einer spricht, und die Nation hört zu: Marcel Reich-Ranickis Rede vor dem Bundestag war einfach, persönlich – und deshalb umso beklemmender: Als Zeitzeuge des Naziterrors schilderte er seine Erlebnisse an einem Tag im Jahr 1942.
Gedenkstunde im Bundestag: Reich-Ranicki erinnert an Gräueltaten der Nazis
Es war eine Rede gegen das Vergessen: Am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung hat der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki vor dem Bundestag gesprochen. Als Überlebender des Warschauer Ghettos berichtete der 91-Jährige von seinen eigenen Erfahrungen mit den Untaten des NS-Regimes.
Umfrage: Jeder fünfte Deutsche unter 30 kennt Auschwitz nicht
Junge Bundesbürger haben eklatante Wissenslücken hinsichtlich der deutschen Geschichte: Einer Umfrage zufolge können 21 Prozent der unter 30-Jährigen nichts mit dem Begriff Auschwitz anfangen – und jeder dritte Deutsche weiß nicht, in welchem Land das ehemalige Konzentrationslager steht.
Evangelische Kirche über Adolf Eichmann: “Grundanständige Gesinnung”
Adolf Eichmann war der Organisator des Holocaust – trotzdem fand die Evangelische Kirche in den sechziger Jahren lobende Worte für ihn. Nach SPIEGEL-Informationen wurde der Massenmörder in einem Brief an die Bundesregierung als “Mann mit gütigem Herz” beschrieben.
Holocaust-Leugner – Bischof Williamson muss Geldstrafe wegen Volksverhetzung zahlen
Der Piusbruder hatte Papst Benedikt XVI. in eine tiefe Krise gestürzt: Bischof Richard Williamson muss wegen seiner Holocaust-Leugnung erneut eine Geldstrafe zahlen. Das Landgericht Regensburg verurteilte ihn zu einer Strafe von 6500 Euro.
Holocaust-Gedenktag: Wulff ruft zu Wachsamkeit auf
Am Holocaust-Gedenktag haben Überlebende und Politiker der Opfer des NS-Regimes gedacht. Bundespräsident Christian Wulff sagte, die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen müsse ewig wach gehalten werden. In Berlin sprach ein Holocaust-Überlebender vor dem Bundestag.
Auschwitz – Wulff gedenkt Holocaust-Opfern
In Berlin und in Auschwitz wurde an die Befreiung des größten NS-Vernichtungslagers vor 66 Jahren gedacht. Bundespräsident Wulff dankte den Opfern und Hinterbliebenen für ihre Bereitschaft zur Aussöhnung.
Zentralrat der Juden: Graumann will nicht nur Moralwächter sein
Der Präsident des Zentralrates der Juden, Dieter Graumann, will seine Organisation neu ausrichten. Der “Financial Times Deutschland” sagte er, der Zentralrat müsse zeigen, dass er nicht immer nur kritisiere und andere korrigiere. Es habe sich ein Empörungsritual eingebürgert.
Streit über Kommissionsbericht: Historiker greifen Nazi-Studie des Auswärtigen Amts an
Der Bericht einer Historikerkommission sollte den Streit um die Nazi-Vergangenheit des Auswärtigen Amts befrieden. Das Gegenteil ist der Fall: Historiker laufen Sturm gegen den Bestseller.
Israel-Visite – Präsident und Tochter in diplomatischer Mission
Die Erinnerung an den Holocaust darf nicht verblassen, mahnt Christian Wulff gemeinsam mit seiner Tochter – und wirbt für Friedensgespräche.
NS-Vergangenheit: Auswärtiges Amt lässt Bilder aus Ahnengalerien entfernen
Das Auswärtige Amt zieht Konsequenzen aus der Studie zur Nazi-Vergangenheit der Behörde: In den deutschen Botschaften sollen künftig nur noch Diplomaten-Porträts aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hängen.
Betrug mit Holocaust-Geldern: “Ein schamloser Plan”
Das Geld war für Opfer des Hitler-Regimes bestimmt – und landete in den Händen von Betrügern. Mehr als 40 Millionen Dollar sollen Mitarbeiter eines von Deutschland finanzierten Entschädigungsfonds für Holocaust-Überlebende erschwindelt haben. Der Zentralrat der Juden fordert schnelle Aufklärung.
USA: 30 Millionen Euro an vermeintliche Nazi-Opfer gezahlt
Betrüger haben insgesamt 42 Millionen Dollar aus einem Entschädigungsfond für Holocaustopfer veruntreut. Das Geld stammt aus Deutschland.
Vergessene Gräber: Nachhilfe in Geschichte für das Auswärtige Amt
Das Auswärtige Amt hat wieder Ärger mit der Geschichte. Erst der Historiker-Bericht über Verstrickungen von Diplomaten während der Nazi-Zeit – und jetzt will man NS-Verfolgte nicht kennen, die im Ausland gestorben sind. Ein Linke-Abgeordneter zeigt, wie einfach die Recherche ist.
Auswärtiges Amt in der NS-Zeit: “Die Nebelwerferei sollte hinter uns liegen”
Auch das Auswärtige Amt war in NS-Verbrechen verstrickt, wie Historiker jetzt belegt haben. Doch der Bericht taugt nicht zu einer Abrechnung mit den Diplomaten von heute, meint Ex-Staatssekretär Wolfgang Ischinger in seinem Debattenbeitrag. Das Amt habe sich schon vorher intensiv mit seiner Vergangenheit beschäftigt.
Auswärtiges Amt: FDP soll Nazi-Aufklärung behindert haben
Die Studie zur Nazi-Vergangenheit des Auswärtigen Amtes bringt die FDP in Bedrängnis. Historiker werfen den Liberalen nach SPIEGEL-Informationen vor, die Aufklärung der Verstrickungen von Diplomaten behindert zu haben. Minister Westerwelle nimmt seine Vorgänger Scheel, Genscher und Kinkel in Schutz.
Nazi-Vergangenheit: Fischer knöpft sich alte Diplomaten-Elite vor
“Mit dem Weißewäschewaschen muss Schluss sein!” Ex-Minister Joschka Fischer verlangt Konsequenzen aus dem Historikerbericht zur Nazi-Vergangenheit des Auswärtigen Amtes. Bei der offiziellen Vorstellung in Berlin protestiert er gegen die alten Eliten – und ehrt die Frau, die alles ans Licht brachte.