Afghanistan, Wolfgang Schneiderhan
Kunduz-Jahrestag: Gefangen im Grauen der Nacht
Diese Bombennacht hat die Bundesrepublik verändert. Vor einem Jahr gab Oberst Georg Klein den Befehl, zwei Tanklaster nahe Kunduz zu zerstören. Eine fatale Fehlentscheidung. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie es Opfern und Hinterbliebenen geht – und wie den verantwortlichen Politikern und Militärs.
Kundus-Untersuchungsausschuss: Schneiderhan belastet, Guttenberg entlastet
Die Zeugenaussagen zum Luftangriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan sind widersprüchlich. Brigadegeneral Braunstein bestätigt die Aussage von Verteidigungsminister Guttenberg (CSU), Schneiderhan und den Ex-Staatssekretär Wichert über den Luftangriff befragt zu haben. Schneiderhan bestritt das bisher.
Kundus-Ausschuss: “Opposition will Guttenberg in den Dreck ziehen”
Die Reaktion war deutlich. Auf die Forderung der SPD nach einer Gegenüberstellung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit seinen Ex-Spitzenberatern Wolfgang Schneiderhan und Peter Wichert, heißt es in der Union, dies sei ein Versuch, den “fähigen Minister mit Format in den Dreck” zu ziehen.
Kunduz-Affäre: SPD wirft Merkel schwere Versäumnisse vor
Kanzlerin Merkel soll nach dem Willen der Opposition vor dem Bundestagsausschuss zur Kunduz-Affäre auftreten. Die Kanzlerin, so kritisieren SPD-Politiker, habe sich nach dem Bombardement zu wenig um Aufklärung gekümmert. Die Union nennt solche Vorwürfe bösartig.
Luftschlag der Bundeswehr: Untersuchungsausschuss als Guttenberg-Tribunal
Der Kundus-Ausschuss soll den von der Bundeswehr am 4. September 2009 in Afghanistan ausgelösten Luftschlag untersuchen. Bisher aber widmet er sich vor allem Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der erst Wochen später ins Amt kam. Die Opposition wirft ihm Lüge vor, die Union ist empört.
Guttenberg unter Druck: Minister Makellos ramponiert seinen Ruf
Irgendwas wird hängen bleiben: Karl-Theodor zu Guttenberg hat in der Kunduz-Affäre zu impulsiv gehandelt, nicht wirklich durchdacht, im Raum steht sogar der Vorwurf der Lüge. Die SPD hofft auf die Chance, den Überflieger loswerden – und der Union einen möglichen Kanzlerkandidaten zu nehmen.
Untersuchungsausschuss: Guttenberg schliddert in die Kunduz-Falle
Verteidigungsminister Guttenberg bekommt ein Problem. Nach den neuesten Aussagen im Kunduz-Ausschuss fragt die Opposition, ob er gelogen hat – falls ja, sei er “nicht mehr tragbar”. Auch Oberst Klein gerät unter Druck: Wegen des Bombardements ermittelt jetzt die Bundesanwaltschaft gegen den Offizier.
Aussage zur Kunduz-Affäre: Schneiderhans eiskalter Report bringt Guttenberg in Bedrängnis
Klartext zur Kunduz-Affäre: Mit seiner ausführlichen Aussage im Untersuchungsausschuss hat Ex-Generalinspekteur Schneiderhan den Druck auf Verteidigungsminister Guttenberg erhöht. Der General bezichtigte seinen Ex-Chef der Lüge – räumte aber auch Fehler der Bundeswehr ein.
Kunduz-Affäre: Schneiderhan fühlt sich aus dem Amt gemobbt
Attacke statt Selbstkritik: Vor dem Kunduz-Untersuchungsausschuss hat sich Ex-Generalinspekteur Schneiderhan gegen den Vorwurf gewehrt, er habe Minister Guttenberg und dessen Vorgänger Jung unzureichend informiert. Seine Entlassung sei zudem durch gezielte Indiskretionen vorbereitet worden.
Kunduz-Affäre: Verteidigungsministerium wollte Wahrheit gezielt vertuschen
Der Kunduz-Ausschuss vernimmt die gefeuerten Spitzenbeamten Wichert und Schneiderhan – sie müssen sich heiklen neuen Fragen stellen. Interne Dokumente belegen nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen, wie eine “Gruppe 85″ im Verteidigungsministerium Nato-Ermittlungen beeinflusste. Und sogar versuchte, die Justiz zu steuern.
Kunduz-Ausschuss: Generäle beschreiben Informationschaos bei der Bundeswehr
Es ist eine peinliche Nabelschau: Vor dem Kunduz-Ausschuss erklären zwei Spitzen-Militärs die internen Abläufe am Tag nach dem umstrittenen Bombardement auf zwei Tanklastzüge. Ihre Aussagen legen erhebliche Schwächen an der Spitze der Truppe offen.
Bundesanwaltschaft zu Afghanistan: “Nichtinternationaler bewaffneter Konflikt”
Die Bundesanwaltschaft bewertet die Situation in Afghanistan als “nichtinternationalen bewaffneten Konflikt”. Was klingt wie juristische Wortklauberei, ist entscheidend für die rechtliche Bewertung der Kunduz-Affäre – und für ein mögliches Verfahren gegen Oberst Klein.
Guttenberg unter Druck: Meister der Pirouetten
Erst feuerte er seine Spitzenbeamten, nun mildert Verteidigungsminister Guttenberg die Kritik an ihnen deutlich ab: Das Vorgehen des CSU-Politikers in der Kunduz-Affäre erbost die Opposition. Sie zweifelt an der Glaubwürdigkeit des einstigen Shootingstars – und hält ihn im Amt für ungeeignet.
Kunduz-Affäre: Guttenberg schwächt Vorwürfe gegen Schneiderhan ab
Jetzt soll alles doch nicht so schlimm gewesen sein: Vor ihrer Vernehmung vor dem Kunduz-Ausschuss hat Minister Guttenberg die Vorwürfe gegen die von ihm gefeuerten Spitzenbeamten deutlich gemildert. Damit baut der CSU-Politiker für seine eigene Vernehmung vor.
Bundeswehr in Afghanistan: Guttenberg will Abzugstermin festlegen
Karl-Theodor zu Guttenberg spricht sich dafür aus, die Strategie für den Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan zu konkretisieren – zumindest ein Anfangsdatum sollte benannt werden, sagte der Verteidigungsminister.
Afghanistan-Debatte: Trittin sieht Einsatz durch Regierung gefährdet
Der Umgang der Regierung mit dem Afghanistan-Einsatz könnte dazu führen, dass die Mission nicht verlängert wird. Davor warnt Grünen-Fraktionschef Trittin in der “Welt am Sonntag”. Die Regierung äußere sich widersprüchlich. Deshalb sei die Mehrheit im Bundestag für die Fortsetzung des Einsatzes gefährdet.
Bundeswehr: Guttenberg entwirft neue Afghanistan-Strategie
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) weist alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Luftangriff bei Kundus von sich. Derzeit lässt er eine neue Afghanistan-Strategie erarbeiten. Sie könnte eine Aufstockung der Truppen zur Folge haben. Unter Umständen will er auch mit den Taliban sprechen.
Kunduz-Affäre: Guttenberg ernennt Nachfolger von Schneiderhan
Verteidigungsminister Guttenberg hat den Nachfolger für den von ihm gefeuerten Generalinspekteur Schneiderhan gefunden: Generalleutnant Volker Wieker übernimmt den Posten. Er ist derzeit in Kabul stationiert und ein Mann mit großer Afghanistan-Erfahrung.
Luftschlag von Kundus: Bundeswehr-Kamera soll Angriff gefilmt haben
Der deutsche Oberst Georg Klein konnte Medienberichten zufolge vor dem Luftangriff bei Kundus auf eigene Bundeswehr-Bilder zurückgreifen. Zudem erhärtet sich der Verdacht, dass der Angriff nicht dem Schutz der Truppen, sondern der gezielten Tötung von vier Taliban galt.
Bundeswehr-Mission in Afghanistan: Der verdrängte Krieg
Die deutsche Politik streitet darüber, wer in der Kunduz-Affäre wann was gewusst hat – währenddessen sind deutsche Soldaten in heftige Gefechte am Hindukusch verwickelt. Der Einsatz ist zu einem täglichen Kampf auf Leben und Tod geworden. In Berlin reagiert man darauf mit Staunen und Forschheit.