Die Konjunktur zieht an, und der Jobmarkt stabilisiert sich - einen wirklichen Boom erlebt aber nur die Leiharbeit: Laut Bundesagentur für Arbeit ist im Juni jedes dritte Jobangebot in der Zeitarbeitsbranche ausgeschrieben worden. IG Metall und Linkspartei nennen die Tendenz alarmierend.
Droht der US-Konjunktur der Rückfall in die Rezession? Die amerikanische Notenbank Fed schließt zumindest weitere Schritte zur Ankurbelung der Wirtschaft nicht aus. Vor allem der Arbeitsmarkt bereitet den Experten Sorge.
Halber Mindestlohn für Einwanderer? Dänische Politiker finden die ungewöhnliche Idee einen prima Vorstoß zur Integration. Die linken Parteien sind dagegen - und auch die Rechtspopulisten: Sie fürchten, dass die Dumpinglöhne ihrer Klientel die Jobs wegnehmen.
Der Weg für den Mindestlohn in der deutschen Pflegebranche ist frei: Das Kabinett billigte eine entsprechende Verordnung, die feste Untergrenze für die rund 800.000 Beschäftigten gilt ab August. Bis 2013 steigt der Mindestbetrag in zwei Stufen.
Die Liberalen stecken in der Krise, in Umfragen ist Merkels Koalitionspartner abgestürzt. Um den Ruf einer Partei der sozialen Kälte abzulegen, will die FDP nun die Bedingungen für Leiharbeiter verbessern. Dafür gibt es Lob von der IG Metall.
Überraschender Vorstoß der Liberalen: Mehrere FDP-Politiker fordern, dass Leiharbeiter in Betrieben finanziell nicht mehr benachteiligt werden - und kommen damit einer zentralen Forderung der Union entgegen. Beim Thema Mindestlohn bleiben sie jedoch hart.
Arbeitlose, die Behinderte betreuen oder Laub sammeln - was Guido Westerwelle einst ähnlich vorschlug, will Arbeitsministerin von der Leyen umsetzen. An dem Modellversuch beteiligen sich 197 Jobcenter.
Menschen mit ausländischen Wurzeln haben es in Deutschland erheblich schwerer als Deutschstämmige. Vor allem auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungssektor ist die Lage nach Angaben der Integrationsbeauftragten Böhmer dramatisch.
Immer mehr Leiharbeiter, immer mehr Verstöße gegen Vorschriften: Die Zahl der Bußgeldverfahren gegen Zeitarbeitsfirmen hat sich zwischen 2005 und 2008 mehr als vervierfacht. Vor allem die geltenden Tarifverträge werden offenbar missachtet.
Es ist ein kräftiges Aufschwungsignal vom Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erwerbslosen ist im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 257.000 auf 3,1 Millionen gesunken. Die Quote liegt nun bei 7,5 Prozent - das ist annähernd Vorkrisenniveau.
Firmen, die gegen den Mindestlohn verstoßen, machen sich künftig strafbar: Das Landgericht Magdeburg hat den Chef einer Reinigungsfirma verurteilt, der seine Beschäftigten weit unter Mindeslohn bezahlte. Das Urteil könnte für viele Arbeitgeber in Konsequenzen haben.
Rückschlag für die Konjunktur: Das gewerkschaftsnahe IMK-Institut rechnet mit einer deutlichen Abkühlung der Wirtschaft noch in diesem Jahr. Schuld daran sind die EU-weiten Sparpakete. Doch noch sieht es auf dem Arbeitsmarkt positiv aus.
Die Leiharbeitsbranche kämpft um ihr Image - und erleidet doch immer wieder Rückschläge: Laut einer Studie ermöglicht die Zeitarbeit nur wenigen Erwerbslosen den Übergang in einen regulären Job. Trotzdem halten die Forscher diese Art der Beschäftigung für wichtig.
Rosige Aussichten für den Arbeitsmarkt: 24 Prozent der Unternehmen wollen laut einer Umfrage noch in diesem Jahr neue Mitarbeiter einstellen. Die größte Hürde sei aber die immer noch unsichere Auftragslage - die zweitgrößte die mangelnde Qualität der Bewerber.
Die Berichte über die Verstöße gegen das Mindeslohnverbot haben jetzt Konsequenzen: Um die Arbeitnehmer zu schützen, will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen die Kontrollen verschärfen, Gewerkschaften fordern eine Verdoppelung der Zahl der Zollfahnder.
Mindestlöhne sollen Millionen Arbeitern eine vergleichsweise faire Bezahlung garantieren, doch das Gesetz hat eklatante Lücken: Tausende Firmen unterlaufen die Untergrenzen für Gehälter - weil die Behörden Verstöße nicht streng genug kontrollieren, heißt es in einem Bericht der Regierung.
Gute Nachricht: Laut einer Studie wird es 2025 in der Bundesrepublik kaum noch Arbeitslose geben. Der Grund: Die Gesellschaft altert - dem Arbeitsmarkt stehen immer weniger Menschen zur Verfügung.
Spaniens Premier hat seine hochkontroverse Arbeitsmarktreform durchs Parlament gebracht und ist knapp an einem Desaster vorbeigeschlittert. US-Präsident Obama applaudiert, doch die eigenen Bürger bleiben skeptisch. Zapatero muss sein Land aus der Erstarrung reißen.
Gute Nachricht für den Finanzminister: Die Regierung muss Berichten zufolge deutlich weniger neue Kredite aufnehmen als bisher befürchtet. Grund sind demnach höhere Steuereinnahmen und geringere Arbeitsmarktkosten. An ihrem Sparpaket will die Koalition aber nicht rütteln.
An den Finanzmärkten gilt Spanien als Europas größtes Sorgenkind - jetzt kämpft die Regierung gegen das Pleitekandidaten-Image: Im Eiltempo will Regierungschef Zapatero den Arbeitsmarkt und den maroden Bankensektor reformieren. Die Anleger werden trotzdem immer nervöser.