Die Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn sind einen wichtigen Schritt vorangekommen: Der Konzern sagte den Gewerkschaften zu, einen Branchentarifvertrag mitzutragen, der Lohndumping für alle 165.000 Beschäftigten ausschließt. Über die Erhöhung der Gehälter wird noch gestritten.
Die Konjunktur zieht an, und der Jobmarkt stabilisiert sich - einen wirklichen Boom erlebt aber nur die Leiharbeit: Laut Bundesagentur für Arbeit ist im Juni jedes dritte Jobangebot in der Zeitarbeitsbranche ausgeschrieben worden. IG Metall und Linkspartei nennen die Tendenz alarmierend.
Hat Klaus Ernst Flüge zu Gewerkschaftstreffen und Aufsichtsratssitzungen zu Unrecht über den Bundestag abgerechnet? Das klärt jetzt die Berliner Staatsanwaltschaft: Sie ermittelt gegen den Linken-Chef wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug. Er selbst sieht dem Verfahren gelassen entgegen.
Die Liberalen stecken in der Krise, in Umfragen ist Merkels Koalitionspartner abgestürzt. Um den Ruf einer Partei der sozialen Kälte abzulegen, will die FDP nun die Bedingungen für Leiharbeiter verbessern. Dafür gibt es Lob von der IG Metall.
Die Gewerkschaften drohen Schwarz-Gelb mit scharfem Widerstand gegen Gesundheitsreform und Sparpaket. Nach der Sommerpause sollen die Arbeitnehmer mobilisiert werden, so DGB-Chef Sommer. “Die Regierungsparteien sollen den Druck der Menschen spüren.”
Ärger beim Auftakt der Bahn-Tarifverhandlungen: Die Gewerkschaften Transnet und GDBA fordern sechs Prozent mehr Geld für die 165.000 Beschäftigten - und drohen bereits mit Warnstreiks. Doch der Konzern legte bisher kein Angebot vor, die Gespräche werden vertagt.
Neues Flugzeug, neues Personal: Die Lufthansa hat sich mit dem verstärkten Einsatz ausländischer Flugbegleiter im Riesen-Airbus A380 nach SPIEGEL-Informationen den Zorn der Kabinengewerkschaft Ufo zugezogen. Diese fürchtet, dass Löhne und Jobs der Stammbelegschaft in Gefahr sind.
Millionen Arbeitnehmer werden belastet, Steuererhöhungen vertuscht: Nach Gewerkschaften und Arbeitgebern nehmen jetzt auch der Steuerzahlerbund und der Wirtschaftsweise Wiegard die Gesundheitsreform und das schwarz-gelbe Sparpaket aueinander.
Erst die Piloten, jetzt die 50.000 Beschäftigten am Boden: Die Lufthansa hat sich mit der Gewerkschaft Ver.di auf eine Verlängerung des bestehenden Tarifvertrags geeinigt. Bis Ende 2011 bekommen die Mitarbeiter keine Lohnerhöhung.
Gewerkschaften, Arbeitgeber, Opposition, alle zerreißen die schwarz-gelbe Gesundheitsreform. In der Tat setzen Union und FDP weiter auf Flickschusterei, doch das Konzept von Minister Rösler enthält auch revolutionäre Elemente. Vor allem wird der Preisvergleich zwischen Kassen künftig viel leichter.
Steigende Krankenkassensätze und freie Hand für die Versicherer bei Zusatzbeiträgen: Das ist das Ergebnis monatelangen Ringens um die Gesundheitsreform. Opposition, Gewerkschaften und Arbeitgeber werfen der Koalition Wortbruch vor, SPD-Fraktionschef Steinmeier spricht von “grandiosem Scheitern”.
Die Verhandlungen stocken, das Wirtschaftsministerium will nicht vermitteln: Die Rettung von Karstadt droht nach Ansicht der Ver.di-Vizechefin Margret Mönig-Raane noch zu scheitern. Sollte es dazu kommen, hat die SPD schon den Schuldigen parat.
Die britische Regierung will noch deutlich mehr sparen als bisher bekannt. Im Kampf gegen das Rekorddefizit sollen mehrere Ministerien jetzt prüfen, ob sie ihre Ausgaben um bis zu 40 Prozent senken könnten. Gewerkschaften warnen vor Streiks und Massenarbeitslosigkeit.
Kurz vor Beginn der G-20-Konferenz in Toronto haben Tausende Globalisierungsgegner, Gewerkschafter und Umweltschützer gegen den Doppelgipfel protestiert. Die mit Sondervollmachten ausgestattete Polizei nahm Dutzende Menschen vorübergehend fest.
Die Berichte über die Verstöße gegen das Mindeslohnverbot haben jetzt Konsequenzen: Um die Arbeitnehmer zu schützen, will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen die Kontrollen verschärfen, Gewerkschaften fordern eine Verdoppelung der Zahl der Zollfahnder.
Gewerkschaften ud Arbeitgeberverbände haben mit Entsetzen auf die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts reagiert, die Tarifeinheit in Betrieben zu kippen. Jetzt schließt sich die Union der heftigen Kritik an - und schließt sogar eine Verfassungsänderung nicht mehr aus.
Angst vor ständigen Streiks, Zwietracht in den Betrieben und Ellenbogenmentalität: Arbeitgeber, Arbeitnehmer und die Opposition befürchten nach der Aufhebung der Tarifeinheit schwerwiegende Folgen in deutschen Unternehmen. Spartengewerkschaften dagegen jubilieren.
In Deutschland galt jahrzehntelang: ein Betrieb - ein Tarifvertrag. Diesen Grundsatz hat das Bundesarbeitsgericht jetzt aufgegeben. Experten fürchten Konkurrenzkämpfe mehrerer Gewerkschaften, Konflikte in den Unternehmen sind programmiert.
Lufthansa setzt in der Küche den Rotstift an: Der Konzern soll Stellen- und Lohnkürzungen in der Cateringsparte planen. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es zudem Überlegungen, Ver.di zugunsten einer für Lufthansa günstigeren Gewerkschaft zu verlassen.
Wenn Opposition und Gewerkschaften Union und FDP auffordern, den Weg für Neuwahlen frei zu machen, ist das normal. Doch mittlerweile glauben auch die meisten Bürger an ein vorzeitiges Ableben der schwarz-gelben Bundesregierung.