Strengere Kontrolle von Rating-Agenturen, Vorgaben zur Unternehmensführung von Banken und neue Regeln für Managergehälter: Mit diesen Initiativen will die EU-Kommission die Finanzbranche reformieren. Doch Kritikern sind die Vorschläge zu lasch.
Die US-Regierung kappt die Bezüge von Amerikas Spitzenmanagern um 15 Prozent. Betroffen sind bislang fünf Konzerne, die mit Staatshilfen gerettet wurden. Weitere 400 Unternehmen wurden zur Offenlegung der Löhne ihrer bestbezahlten Mitarbeiter aufgefordert.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, fordert von der Bundesregierung, Manager-Boni zu begrenzen. Boni solle es nur bei langfristigen Gewinnen der Unternehmen geben. Der katholische Geistliche schlägt vor, wie lange Manager auf den Gehaltszuschlag künftig warten sollten.
Die Bank of America fühlt sich offenbar wieder stark: Noch in diesem Jahr will das Institut die Finanzhilfen der US-Regierung zurückzahlen. Insgesamt 45 Milliarden Dollar bringt das Geldhaus auf, um sich staatlichen Vorschriften wie der Begrenzung von Managergehältern zu entziehen.
Der Versicherungsriese AIG musste mit vielen Milliarden vom Staat gerettet werden - hohe Managergehälter zahlt er dennoch: Der Verwaltungsrat hat jetzt eine Jahresvergütung von sieben Millionen Dollar für Vorstandschef Benmosche genehmigt. Plus Bonus kann er sogar mehr als zehn Millionen Euro verdienen.
BASF übernimmt eine Vorreiterrolle bei der Reform der Managergehälter. Zum Januar passt der Chemiekonzern nach SPIEGEL-Informationen als erstes Dax-Unternehmen die Verträge seiner Vorstände an das neue Vergütungsgesetz an.
US-Präsident Barack Obama hatte gerade durchgesetzt, die Managergehälter staatlicher gestützter Firmen ab November drastisch kürzen. Jetzt enthüllte ein Dokument: Der mit 170 Milliarden Dollar gestützte Versicherungskonzern AIG zahlte seinen Managern noch schnell einen Millionenbonus.
Jetzt geht die US-Regierung ans Eingemachte: Laut Medienberichten will sie die Managergehälter um durchschnittlich 90 Prozent kürzen - wenn die Unternehmen Staatshilfe erhalten haben. Noch sieht die Realität an der Wall Street aber anders aus. Eine Bank will ihren Top-Leuten insgesamt 16,7 Milliarden Dollar zahlen.
Jetzt geht die US-Regierung ans Eingemachte: Laut Medienberichten will sie die Managergehälter um durchschnittlich 90 Prozent kürzen - wenn die Unternehmen Staatshilfe erhalten haben. Noch sieht die Realität an der Wall Street aber anders aus. Eine Bank will ihren Top-Leuten insgesamt 16,7 Milliarden Dollar zahlen.
Die US-Regierung macht ihre Ankündigung wahr, Gehälter in hilfsbedürftigen US-Konzernen drastisch zu kürzen. Bonus-Zar Ken Feinberg kappt die Bezüge der Top-Manager von sieben Unternehmen - doch andere wie Goldman Sachs, die sich vom Staatseinfluss freigekauft haben, bleiben unbehelligt.
Der Bonus-Beauftragte von US-Präsident Barack Obama plant, die Einkommen der Top-Manager bei Unternehmen mit Staatshilfen zu beschränken. Statt reiner Geldzahlungen sollten die Führungskräfte auch Aktienpakete erhalten - auf diese aber zunächst nicht zugreifen dürfen.
Die Staats- und Regierungschefs der G-20-Länder haben sich auf eine Abschlusserklärung geeinigt: Sie wollen die Finanzmärkte strenger regulieren, Managergehälter begrenzen. US-Präsident Obama sieht die Gemeinschaft als Basis für ein neues Wirtschaftssystem.
Inzwischen ist auch in den Chefetagen angekommen, dass die hohen Vorstandsgehälter zu einem Glaubwürdigkeitsproblem geworden sind. US-Konzerne wie AT&T, Cisco und Hewlett-Packard haben sich für strengere Regeln bei der Vergütung von Managern ausgesprochen.
Bankenkontrolle, Managergehälter, Steueroasen: Solche Fragen können nicht national geregelt werden, findet der britische Premier Gordon Brown. Er will deshalb aus den G20 eine Weltwirtschaftsregierung formen.
Seit Jahren versuchen Politiker, Managergehälter zu begrenzen. Doch Experten sagen: Die Gesetze helfen nicht. Denn Unternehmen und ihre Manager haben stets neue Wege gefunden, Gehälter zu erhöhen. Beispiel Deutschland: Die Bezüge der Dax-Vorstände haben sich binnen 20 Jahren um 574 Prozent erhöht.
Die Finanzminister der Euro-Zone stimmen derzeit ihre Position für das anstehende G20-Treffen ab. Ziel müsste ein weltweiter Kurswechsel bei millionenschweren Bonuszahlungen für Manager sein, damit Banken nicht abwandern. Doch nicht alle Staaten sind mit gleicher Entschlossenheit wie Deutschland bei der Sache.
Deutschland und Frankreich wollen beim G-20-Gipfel schärfere internationale Regeln für Managergehälter durchsetzen. Kanzlerin Angela Merkel sagte nach einem Treffen mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der Gipfel Ende September sei “von außerordentlicher Wichtigkeit. Diese Chance darf nicht verstreichen”.
In der Debatte um exzessiv hohe Managergehälter und Boni mischt sich nun DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann ein. “Es gibt unanständig hohe Gehälter, Boni und Tantiemen”, sagte Driftmann WELT ONLINE. Trotzdem ist er gegen gesetzliche Regelungen, das sei “ein ethisches Problem”.
Nachdem Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bereits vorgeprescht ist, zieht die EU nun nach. Laut dem deutschen EU-Kommissar Günter Verheugen will sich die EU dafür einsetzen, dass Managergehälter stärker kontrolliert werden. Finanzminister Peer Steinbrück dringt auf internationale Vereinbarungen innerhalb der G20-Staaten.
Dicke Boni ohne entsprechende Leistung - das soll es nach dem Willen der Europäischen Kommission nicht mehr geben. Laut Industriekommissar Verheugen werden die EU-Staaten die Einkommen von Bankmanagern bald begrenzen. Frankreich prescht bereits vor - und kündigt scharfe Gehaltskontrollen an.