Studie: Finanzkrise kostet bis zu 52 Milliarden Euro
Teures Nachspiel für deutsche Steuerzahler: Laut einer Studie könnte die Rettung von Banken bis zu 52 Milliarden Euro kosten - im günstigsten Fall wären es immer noch knapp 35 Milliarden Euro.
Finanzmarktkrise
Teures Nachspiel für deutsche Steuerzahler: Laut einer Studie könnte die Rettung von Banken bis zu 52 Milliarden Euro kosten - im günstigsten Fall wären es immer noch knapp 35 Milliarden Euro.
Deutschland wird nach Überzeugung von Bundeskanzlerin Merkel gestärkt aus der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise kommen. Nach den Ferien erwartet sie viel Arbeit für die Koalition.
Seit der Finanzkrise haben sich die Prioritäten verschoben: Für viele Anleger ist Sicherheit nun wichtiger als Rendite. Davon profitieren Immobilienfonds - sowohl Büroflächen als auch Wohngebäude sind wieder gefragt. Die Zeitschrift “Das Investment” hat fünf Konzepte näher untersucht.
Affäre mit Folgen: Goldman Sachs hat Anlegern vor der Finanzkrise höchstriskante Derivate vermittelt und dabei Informationen vorenthalten - um eine Zivilklage der US-Börsenaufsicht abzuwehren, zahlt der Geldkonzern jetzt 550 Millionen Dollar Strafe. Das ist Rekord. 150 Millionen Dollar erhält die deutsche IKB.
Mehr Eigenheimpfändungen, weniger Beschäftigte, weniger Wachstum: Weil die US-Wirtschaft schleppend läuft, sucht die Notenbank Fed nach Auswegen. Die Experten erwägen jetzt sogar notfalls wieder auf Mittel zurückgreifen, die sie in der schlimmsten Phase der Finanzkrise eingesetzt haben.
In den USA beginnt die Bilanzsaison - und die US-Großbank JP Morgan legt mit einem satten Gewinn vor. Im zweiten Quartal erwirtschaftete der Konzern 4,8 Milliarden Dollar. Nach der Finanzkrise belasten nur noch wenige faule Kredite die Bilanz.
Zehn Monate Haft auf Bewährung plus 100.000 Euro Geldstrafe - das Urteil gegen Ex-IKB-Chef Ortseifen hinterlässt Ratlosigkeit. Immerhin geriet der Geldkonzern unter seiner Ägide an den Rand des Zusammenbruchs. Ist der Manager zu gut weggekommen?
Zum ersten Mal ist ein Top-Banker in Deutschland im Zusammenhang mit der Finanzkrise verurteilt worden. Das Landgericht Düsseldorf verhängte gegen den Ex-Chef der Krisenbank IKB, Stefan Ortseifen, eine zehnmonatige Bewährungsstrafe. Die Straftat: Kursmanipulation.
“Heute sind wir alle schlauer”: Der Anwalt von Ex-IKB-Chef Stefan Ortseifen fordert für seinen Mandanten einen Freispruch. Der Banker habe den drohenden Zusammenbruch des Instituts 2007 nicht absehen können - und sich daher nicht der Kursmanipulation schuldig gemacht.
Die zeitweise staatlich gestützte Bank of America hat eingeräumt, während der Finanzkrise den eigenen Schuldenstand schöngerechnet zu haben. Es soll um fast elf Milliarden Dollar gehen - “unbedeutende Ungenauigkeiten”, heißt es bei der Bank.
Gute Nachricht für Finanzkonzerne: Die Kriterien für die europäischen Stresstests sind nach SPIEGEL-Informationen so aufgeweicht, dass die Banken die Ergebnisse nicht fürchten müssen. Im Kampf gegen die Schuldenkrise legt die Bundesregierung jetzt ein Konzept für geordnete Insolvenzen von Staaten vor.
Die Angst vor dem Ausbruch einer zweiten Finanzkrise hält EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in Atem. Am Rande einer Konferenz mahnte er eine schnelle Umsetzung der Bankenregulierung an. Einen zweiten Kollaps könne sich die Weltwirtschaft nicht leisten.
Zehn Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe - so lautet das Plädoyer der Staatsanwaltschaft im Ortseifen-Prozess. Die Anklage wirft dem Ex-Chef der IKB vor, die Lage der Krisenbank 2007 geschönt und Anleger damit wissentlich getäuscht zu haben.
Griechenland braucht nicht nur Sparprogramme, sondern dringend Strukturreformen, um die Finanzkrise zu bewältigen. Nur ist die Politik fest in den Händen einiger Clans, die genau dies verhindern wollen.
Es hätte schlimmer kommen können: Die Schieflage der Banken wird für Deutschland teuer, aber nicht zu einer so hohen finanziellen Belastung wie zunächst vermutet. Nach Einschätzung der Volkswirte der Deutschen Bank könnte die Krise hierzulande bis zu 25 Milliarden Euro kosten.
Es war der Tag der Abrechnung: 442 Milliarden Euro mussten Europas Banken der EZB zurückzahlen - und tatsächlich bekamen sie die Mega-Summe zusammen. Ist nun die Finanzkrise vorbei? Keineswegs. Denn den Geldhäusern stehen unangenehme Stresstests bevor, manche Manager fürchten Schlimmes.
Entspannung in der europäischen Finanzwelt: Mehr als 1000 Banken mussten am Donnerstag Milliarden Euro an die Zentralbank zurückzahlen, die sie sich in der Hochzeit der Finanzkrise geliehen hatten. Die Institute konnten sofort wieder an frisches Geld gelangen - aber nur wenige nutzten die Möglichkeit.
Es ist eine deutliche Warnung, und sie kommt von Experten, deren Urteil Gewicht hat: Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht die Gefahr einer neuen Finanzkrise. “Was wir erlebt haben, könnte sich wiederholen”, schreibt das Institut, das schon die vergangene Krise früh vorausgesehen hat.
In der Finanzkrise sorgte sich Siemens um die eigenen Anlagen, jetzt will der Konzern sich unabhängiger von Kreditinstituten machen: Das Unternehmen will eine eigene Bank gründen und seine Geldgeschäfte künftig selbst abwickeln.
Ganze Staaten wanken, Hunderttausende bangen um ihre Jobs - doch ein paar Superreiche leben in Saus und Braus: Für Wirtschaftsethiker ist die Finanzkrise ein perfektes Studienobjekt. Sie forschen, entwickeln neue Modelle und appellieren an die Elite: Kehrt endlich zu den alten Werten zurück!