Ein Großteil junger Menschen ist bereit, sich um die Absicherung der eigenen Zukunft zu kümmern. Allerdings verstehen sie die Angebote der privaten Vorsorge nicht und steuern damit direkt auf die Armut im Alter zu. Wird keine Lösung gefunden, bekommt die junge Generation ein neues Problem mit der Rente.
In Deutschland wachse die Gefahr, im Alter arm zu sein, meint der Präsident der Deutschen Rentenversicherung. Herbert Rische macht dafür Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne verantwortlich. Wenn etwa jemand ein Jahr lang Hartz IV beziehe, erhöhe sich seine spätere monatliche Rente lediglich um gut zwei Euro.
Niedriglöhne und private Altersvorsorge - beides passt laut Deutscher Rentenversicherung nicht zusammen. Präsident Herbert Rische warnt deshalb vor einer Überlastung der Sozialsysteme. Sein Vorschlag: höhere Gehälter für die Beschäftigten.
SPD-Sozialexperte Karl Lauterbach hat die schwarz-gelbe Koalition vor Fehlentwicklungen in der Rentenpolitik gewarnt. “Immer mehr Rentner fallen in Altersarmut - die Regierung muss gegensteuern, statt zu beschleunigen.” Es sind nicht die einzigen Zweifel an den Plänen von Union und FDP.
Die Angst vor Altersarmut ist groß: Drei Viertel der Deutschen befürchten, dass sie im Pflegefall trotz Leistungen aus der Pflegeversicherung nicht ausreichend versorgt sind. Das geht aus einer Umfrage des Allensbach-Instituts hervor. Doch nur gut jeder Zehnte sorgt privat vor.
Fast die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland kann ihren Lebensstandard im Alter nicht halten. Nach dem Altersvorsorgeatlas können nur 56 Prozent der Beschäftigten im Alter auf mindestens 60 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens hoffen. WELT ONLINE gibt einen Überblick, wo die armen Rentner wohnen.
Eine neue Studie enthüllt eklatante Mängel bei der Altersversorgung: Demnach kann fast die Hälfte der Erwerbstätigen ihren Wohlstand im Ruhestand nicht erhalten - selbst Riestern schützt nicht vor relativer Armut. Vor allem für die 20- bis 35-Jährigen ist die Situation desolat.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat sich neuen Forderungen aus den Reihen der SPD nach einem Verzicht auf die Rente mit 67 angeschlossen. Der DGB bemängelte, dass die Rentenpläne der großen Koalition “nicht etwa die Beschäftigungschancen Älterer erhöhen, sondern allein das Risiko, im Alter zu verarmen”.
Warnung vor Altersarmut: Führende Gewerkschafter drängen die SPD, die Rente mit 67 noch vor der Bundestagswahl zu kippen. Doch der Koalitionspartner winkt bereits ab - die Union will an dem umstrittenen Gesetz festhalten.
Die Altersarmut wird in den nächsten zwei Jahrzehnten dramatische Ausmaße annehmen!
Pro Einwohner acht Euro mehr als 2006: Die Kosten für Sozialhilfe in Deutschland sind im vergangenen Jahr kräftig angestiegen. Die neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik machen vor allem auf eine wachsende Altersarmut und mehr Pflegebedürftige aufmerksam.
Aktuelle Zahlen aus dem Arbeitsministerium belegen, dass die Riesterrente stark im Kommen ist. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Zahl der Riester-Verträge mehr als verdoppelt - rund elf Millionen Deutsche nehmen die staatliche Förderung in Anspruch. Befeuert werden die Abschlüsse durch die Angst vor Altersarmut.
BILD am SONNTAG: Herr Rüttgers, die SPD will sich kommende Woche auf ihrem Nürnberger Zukunftskongress gegenüber der Linkspartei positionieren. Ist die SPD nicht schon längst ins Hintertreffen geraten?
Angesichts der zunehmenden Altersarmut hat sich der Präsident des Ifo-Instituts für eine verpflichtende Riester-Rente ausgesprochen. Damit will er gegen Trittbrettfahrer vorgehen, die allein auf staatliche Leistung setzen.
Bislang sparen etwa 30 Prozent der Berechtigten für eine Riester-Rente. Dem Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, ist das zu wenig. Angesichts der drohenden Altersarmut fordert er eine Pflicht zum Riester-Sparen. Mit seinem Vorstoß will er vor allem gegen Trittbrettfahrer vorgehen.
Berlin - Fast drei Viertel (73 Prozent) der Deutschen glauben, dass Altersarmut schon in wenigen Jahren eines der größten Probleme des Landes sein wird. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für BILD am SONNTAG. Nur 25 Prozent sind anderer Meinung.
Wie soll sich die alternde Gesellschaft in Deutschland finanzieren? Bei einer Umfrage haben sich 25 Prozent der Deutschen dafür ausgesprochen, dass wohlhabende Senioren künftig weniger Rente bekommen. Grundsätzlich sehen drei Viertel der Befragten Altersarmut als eines der größten Probleme der Zukunft.
Berlin - Fast drei Viertel (73 Prozent) der Deutschen glauben, dass Altersarmut schon in wenigen Jahren eines der größten Probleme des Landes sein wird. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für BILD am SONNTAG. Nur 25 Prozent sind anderer Meinung.
Der Ministerpräsident von NRW sorgte mit seinem Vorstoß für eine Anhebung der Renten von Geringverdienern für Diskussionen - auch innerhalb seiner Partei. Im CDU-Präsidium steht er ziemlich allein da und auch die Kanzlerin will Rüttgers nicht nachgeben. Hat die CDU in NRW jetzt ihre eigene keine Linkspartei?
Alle sprechen von Altersarmut, doch der Fraktionschef der Union, Volker Kauder, streitet die Existenz des Problems ab. Rentnerarmut sei kein Thema, aber es könnte in der Zukunft ein Problem werden. Eine DGB-Studie belegt das Gegenteil: Seit der Einführung des Arbeitslosengeldes II ist das Risiko der Altersarmut gestiegen.